Communication

Interne Kommunikation messen: Engagement reicht nicht

Drei Studien aus 2026 zeigen, dass Engagement-Werte Risiken verdecken. Was die interne Kommunikation stattdessen messen sollte.

Kirsten Brown
Kirsten Brown
28.7.2026
Lesezeit:
5 Min.
Zwei Kolleginnen prüfen Kennzahlen der internen Kommunikation an einem Laptop

Warum ist Engagement der falsche Maßstab für die interne Kommunikation?

Engagement-Werte messen Stimmung, nicht Wirkung. Sie sagen euch, wie sich Beschäftigte beim Ausfüllen einer Umfrage fühlen, aber nicht, ob eine Botschaft verstanden, erinnert oder umgesetzt wurde. Drei Studien aus 2026 machen diese Lücke jetzt sichtbar.

Wie groß ist die Lücke wirklich?

Sie ist groß genug, dass zwei seriöse Studien sich gegenseitig widersprechen. In der internationalen Forschung von Firstup bezeichnen sich bis zu 89 Prozent der Führungskräfte und 75 Prozent der Beschäftigten im Stundenlohn selbst als engagiert (Firstup State of Employee Engagement, 2026). Gallup kommt mit einem validierten Instrument auf 20 Prozent weltweit für 2025, nach einem Höchstwert von 23 Prozent im Jahr 2022 (Gallup State of the Global Workplace, 2026).

Für Deutschland ist der Befund noch deutlicher: Nur 10 Prozent der Beschäftigten haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber, 77 Prozent eine geringe, und 13 Prozent haben innerlich gekündigt (Gallup Engagement Index Deutschland 2025, veröffentlicht im März 2026).

Der 2026 Integral Index, gemeinsam mit The Harris Poll erhoben, nennt das Muster beim Namen. Ein Drittel der Beschäftigten wirkt nach jedem Standardmaß engagiert, bleibt aber vor allem aus Angst, Leistungen zu verlieren.

Was kostet das Nicht-Messen?

Innere Kündigung und die daraus folgenden Produktivitätsverluste haben die deutsche Wirtschaft 2025 mindestens 119 Milliarden Euro gekostet (Gallup Engagement Index Deutschland 2025). Wer innerlich gekündigt hat, fehlte 2025 an 9,7 Tagen, bei hoher Bindung waren es 5,6 Tage.

Diese Zahlen entstehen in Organisationen, deren Engagement-Dashboards unauffällig aussahen. Genau das ist das Problem: Der Wert steigt oder fällt um zwei Punkte, und niemand kann sagen, welche Kommunikation daran beteiligt war.

Was messen Kommunikationsteams im DACH-Raum tatsächlich?

Meistens nichts. Der Trendmonitor Interne Kommunikation 2026 mit 431 Fach- und Führungskräften aus dem DACH-Raum zeigt: 56,3 Prozent messen die Wirkung ihrer internen Kommunikation gar nicht. Nur 32,8 Prozent haben überhaupt Mechanismen, um Zielerreichung zu kontrollieren (Trendmonitor Interne Kommunikation, 2026).

Dazu kommt ein Klarheitsproblem. 45,7 Prozent empfinden die Ziele der internen Kommunikation als unklar, zehn Punkte mehr als 2024 (Trendmonitor Interne Kommunikation, 2026). Ohne Ziel gibt es keine Kennzahl, und ohne Kennzahl bleibt die interne Kommunikation im Broadcast-Modus.

International sieht es kaum besser aus: 70 Prozent der Teams messen vor allem Output-Kennzahlen wie Seitenaufrufe und Klickraten, 12 Prozent verbinden ihre Arbeit mit übergeordneten Geschäftsaktivitäten (Gallagher Employee Communications Report, 2026).

Welche Kennzahlen wollen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren wirklich?

Sie wissen es genau. Im Trendmonitor stehen zwei Kennzahlen an der Spitze der Wunschliste: Verhaltensänderungen mit 68,7 Prozent und tatsächliches Verständnis der Inhalte mit 67,7 Prozent (Trendmonitor Interne Kommunikation, 2026).

Beides wird heute praktisch nicht erhoben. Die übliche Erklärung lautet Zeit und Budget. Es gibt eine unbequemere.

Warum Verständnis eine Formatfrage ist

Die meisten internen Kanäle können Verständnis gar nicht erfassen, egal wie gut das Dashboard gebaut ist. Eine geöffnete E-Mail sagt euch, dass ein Fenster aufging. Ein Klick sagt, dass ein Link interessant aussah. Ein Seitenaufruf im Intranet sagt nichts darüber, ob Absatz neun gelesen und verstanden wurde.

Video verhält sich anders, weil Aufmerksamkeit fortlaufend aufgezeichnet wird. Eine Completion-Kurve bei einem dreiminütigen Erklärvideo zeigt die Sekunde, in der die Aufmerksamkeit abbricht. Ein Replay-Peak zeigt, welchen Satz Menschen zweimal gebraucht haben, und das ist so nah an einem Verständnissignal, wie interne Kommunikation ohne Wissenstest kommt. Der Drop-off pro Clip in einem Townhall-Recap zeigt, welche Botschaft der Geschäftsführung angekommen ist. Wie sich daraus eine Text-zu-Video-Strategie bauen lässt, haben wir separat beschrieben.

Das ist keine Umfrage. Es ist verhaltensbasiert, passiv und fortlaufend, also genau das, was 68,7 Prozent der Befragten sich wünschen. Besonders relevant wird das bei jüngeren Belegschaften, wie unsere Analyse zu interner Kommunikation und Gen Z zeigt.

Ein Hinweis zur Mitbestimmung: Messung, die individuelles Verhalten abbilden kann, fällt unter Mitbestimmung, und die Rechtsprechung hat 2026 die Beteiligung des Betriebsrats bei KI-gestützten Systemen ausgeweitet. Aggregierte Auswertung ohne Personenbezug ist deutlich leichter zu vereinbaren. Holt den Betriebsrat früh dazu und klärt das mit eurer Rechtsabteilung.

Die wichtigsten Punkte

Engagement ist eine Stimmungsmessung, keine Kommunikations-KPI. Ein Drittel der scheinbar engagierten Beschäftigten bleibt aus Angst (2026 Integral Index mit The Harris Poll).

Im DACH-Raum wird überwiegend nicht gemessen. 56,3 Prozent erfassen die Wirkung gar nicht (Trendmonitor Interne Kommunikation, 2026).

Die gewünschten Kennzahlen sind bekannt. Verhaltensänderung mit 68,7 Prozent und Verständnis mit 67,7 Prozent stehen oben auf der Liste.

Verständnis hängt am Format. Completion-Kurven, Replay-Peaks und Drop-off-Punkte gibt es im Video und nicht in einer Öffnungsrate.

Regelmäßigkeit schlägt Perfektion. Eine Trendlinie braucht kontinuierliche Ausspielung, damit Produktionskapazität zur Messfrage wird.

Wo cofenster ansetzt

cofenster ist die KI-Videoplattform für Unternehmenskommunikation. Unsere AI Video Agents lassen Comms-, HR- und Marketing-Teams markenkonforme Videos in großer Zahl produzieren, und genau das macht aus einem Einzelwert eine Trendlinie.

Theo (Text-zu-Video) macht aus einem Policy-Update ein dreiminütiges Erklärvideo ohne Dreh, damit die Completion-Kurve zeigt, ob die Botschaft bis zum Ende getragen hat.

Milo (Highlight-Clips aus bestehenden Aufnahmen) schneidet ein Townhall in Clips, deren Drop-off-Punkte zeigen, welche Führungsbotschaft angekommen ist.

Ella (angeleitete Mitarbeitendenaufnahme) macht Führungsbotschaften so wiederholbar, dass sie über ein Quartal messbar werden.

Brand Templates sorgt dafür, dass jedes Ergebnis zu 100 Prozent markenkonform ist, damit höhere Content-Velocity nie zulasten der Markenkonsistenz geht.

Teams bei Continental, Commerzbank und Hugo Boss nutzen das, um schneller zu veröffentlichen und verteilte Belegschaften zu erreichen, ohne Stellen aufzubauen. cofenster ist ISO 27001:2022 zertifiziert, DSGVO-konform und konform mit der KI-Verordnung.

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Häufig gestellte Fragen

Lohnen sich Mitarbeiterbefragungen überhaupt noch?

Ja, als eine Quelle unter mehreren. Befragungen zeigen Themen und erlauben Vergleiche zwischen Standorten und Funktionen über Zeit. Als Kommunikations-KPI sind sie schwach, weil sie Gefühle zur Organisation messen und nicht die Wirkung einer bestimmten Botschaft. Nutzt die Befragung als Kontext und kombiniert sie mit Verhaltensdaten einzelner Kommunikationen, damit ein sinkender Verständniswert auffällt, lange bevor die nächste Jahresbefragung ihn bestätigt.

Wie oft sollte die Wirkung interner Kommunikation gemessen werden?

Fortlaufend für einzelne Kommunikationen, quartalsweise für Trends. Der Trendmonitor Interne Kommunikation 2026 zeigt, dass 56,3 Prozent der DACH-Teams gar nicht messen, und sporadische Messung macht Trendlesen unmöglich. Ein praktikables Minimum sind Daten pro Botschaft bei jeder priorisierten Kommunikation plus ein Quartalsreview, das Verständnis und Completion mit der Vorperiode vergleicht.

Was ist ein realistischer erster Schritt, wenn bisher nichts gemessen wird?

Nehmt eine wiederkehrende Kommunikation und instrumentiert genau diese. Ein monatliches Führungsupdate oder ein Policy-Erklärvideo eignet sich gut, weil das Format sich wiederholt und innerhalb eines Quartals eine Vergleichsbasis entsteht. Erfasst Completion, Drop-off und Replays und ergänzt eine einzige Verständnisfrage im Kanal, in dem die Kommunikation lebt. Zwei Datenpunkte über drei Monate sagen mehr als ein neues Dashboard für alles.

Braucht Wirkungsmessung eine Betriebsvereinbarung?

Häufig ja. Messung, die geeignet ist, Verhalten oder Leistung einzelner zu überwachen, fällt unter die Mitbestimmung nach Betriebsverfassungsgesetz, und die Rechtsprechung hat 2026 die Beteiligung des Betriebsrats bei KI-gestützten Systemen weiter konkretisiert. Aggregierte Auswertungen ohne Personenbezug sind in der Praxis leichter zu vereinbaren. Klärt früh, was erhoben wird, auf welcher Aggregationsebene und wie lange es gespeichert bleibt. Das ist eine Rechtsfrage für eure Rechtsabteilung und keine allgemeine Auskunft.

Foto von Vitaly Gariev auf Unsplash.

Kirsten Brown
Kirsten Brown
Revenue Operations Automation Lead

Frequently asked questions

Warum sind Engagement-Werte für die Messung interner Kommunikation unzuverlässig?

Engagement-Werte erfassen Stimmung zu einem Zeitpunkt, nicht ob eine Botschaft verstanden oder umgesetzt wurde. Der 2026 Integral Index zeigt, dass ein Drittel der Beschäftigten nach jedem Standardmaß engagiert wirkt, aber vor allem aus Angst um Leistungen bleibt. In Deutschland kommt hinzu, dass nur 10 Prozent eine hohe emotionale Bindung haben, während Selbstauskünfte in internationalen Studien deutlich höher liegen (Gallup Engagement Index Deutschland 2025).

Welche Kennzahlen sollte die interne Kommunikation stattdessen erheben?

Verständnis und Verhaltensänderung. Beide stehen im Trendmonitor Interne Kommunikation 2026 mit 67,7 und 68,7 Prozent an der Spitze der Wunschliste von 431 DACH-Fachkräften. Praktisch heißt das: Können Menschen die Botschaft korrekt wiedergeben, ist die gewünschte Handlung erfolgt, und an welcher Stelle innerhalb der Kommunikation bricht Aufmerksamkeit ab. Output-Kennzahlen bleiben nützlich, um Verteilprobleme zu erkennen, ersetzen aber kein Verständnis.

Wie hilft Video dabei, die Wirkung interner Kommunikation zu messen?

Video zeichnet Aufmerksamkeit fortlaufend auf statt einmalig. Eine Completion-Kurve zeigt die Sekunde des Abbruchs, ein Replay-Peak zeigt die Passage, die zweimal gebraucht wurde, und der Drop-off pro Clip zeigt, welche Botschaft angekommen ist. Diese Signale sind verhaltensbasiert statt selbstberichtet und damit schwerer zu verzerren als eine Umfrageantwort. Öffnungsraten können das nicht leisten, weil sie ein einzelnes Ereignis erfassen und keine Dauer.

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